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Mehrsprachigkeit tut dem Gehirn gut

Mehrsprachigkeit: Wie viele Menschen sprechen mehr als eine Sprache?

Ist Mehrsprachigkeit eine seltene Begabung? Oder eine weit verbreitete Selbstverständlichkeit? Wie viele Menschen können mehrere Sprachen sprechen? Eine einfache Frage, könnte man meinen. Trotzdem gibt es darauf bisher keine klare Antwort. Die tatsächliche Anzahl mehrsprachiger Menschen lässt sich nur schätzen, denn weltweit einheitliche Statistiken sucht man vergebens. Das fängt schon bei der Definition an: Was genau versteht man eigentlich unter Mehrsprachigkeit?

Was ist Mehrsprachigkeit?

Auf den ersten Blick scheint die Lösung einfach: Spricht jemand zwei Sprachen, nennt man die Fähigkeit „Zweisprachigkeit“; bei drei oder mehr Sprachen ist von „Mehrsprachigkeit“ die Rede. Einige Demographen behaupten, die Hälfte der Weltbevölkerung sei zweisprachig. Doch andere ziehen das in Zweifel, weil nicht geklärt sei, was genau als „Zweisprachigkeit“ gelten soll. Also dann, neuer Versuch: Wie wird Zweisprachigkeit definiert?

Jetzt mehr Sprachen sprechen

Was bedeutet Zweisprachigkeit?

Nach allgemeinem Verständnis sind Menschen zweisprachig, wenn sie sich in zwei verschiedenen Sprachen ausdrücken können. Offizielle Definitionen aus dem Wörterbuch gehen aber meist deutlich darüber hinaus: Sie bezeichnen Zweisprachigkeit als die Fähigkeit, zwei Sprachen fließend zu sprechen.

 

Zweisprachigkeit

Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich knapp die Hälfte der Weltbevölkerung nicht nur in der jeweiligen Muttersprache, sondern bis zu einem gewissen Grad auch in einer zweiten Sprache verständlich machen kann. Wie viele Menschen jedoch mehr als eine Sprache fließend sprechen – das ist nicht bekannt.

Auch wenn über die Definition von Zweisprachigkeit gestritten wird: Die Vorteile jedenfalls sind international anerkannt. In vielen Ländern ist Zweisprachigkeit oder Mehrsprachigkeit deshalb als Bildungsziel fest verankert.

Mehrsprachige Länder: Ein Blick auf die Zahlen

Viele Länder der Erde haben eine zweite Sprache als Pflichtfach in der Früherziehung. Trotzdem bezeichnen sich diese Länder in der Regel nicht als zweisprachig, sondern als mehrsprachig. Denn mit weltweit zunehmender Migration wächst auch die Anzahl der Sprachen in einem Land, selbst wenn die meisten Einwohner nur eine einzige Sprache sprechen.

Nach einer unabhängigen Studie des Weltwirtschaftsforums aus dem Jahr 2017 gibt es nur 34 Länder mit mehr als einer Amtssprache. Einige Länder (zum Beispiel USA und Mexiko) definieren gar keine Amtssprachen. Ganz im Unterschied zu Rekordhalter Bolivien, das nach eigenen Angaben 38 Amtssprachen beheimatet, wobei es sich hierbei zum Großteil um indigene Sprachen handelt, von denen einige zwar bereits ausgestorben sind, aber dennoch mitgezählt und anerkannt werden.

Wer bei 38 Sprachen schon an Babylonische Sprachverwirrung denkt, sollte einen Blick auf folgende Beispiele werfen. Es gibt nämlich eine ganze Reihe von Ländern mit mehr Sprachen als Bolivien. Hierbei handelt es sich zwar nicht unbedingt um Amtssprachen, aber dennoch um offiziell anerkannte Sprachen.

Beispielsweise erklärt die Stammesnation Papua-Neuguinea im Südwestpazifik, 840 lebendige Sprachen an ihren Küsten zu haben! Indonesien als weltweit größter Inselstaat rühmt sich 707 gesprochener Sprachen. In Nigeria werden nach Regierungsangaben 517 Sprachen gesprochen, wobei Englisch aufgrund der britischen Kolonialherrschaft die einzige Amtssprache des Landes ist.

Apropos Englisch: Welche Rolle spielt eigentlich Englisch beim Thema Mehrsprachigkeit?

Mehrsprachige Länder

Englisch: Die häufigste Zweitsprache weltweit

Durch die Dominanz der englischen Sprache in Handel und Wirtschaft ist Englisch heute die häufigste Zweitsprache weltweit. Schätzungsweise rund 1,35 Milliarden Menschen auf der Erde sprechen Englisch, entweder als Muttersprache oder als zweite Sprache. Lediglich Chinesisch kommt mit rund 1,1 Milliarden Sprechern knapp an diese Zahlen heran. Allerdings ist Chinesisch im Vergleich zu Englisch regional stärker begrenzt und wird seltener außerhalb Chinas gesprochen.

2019 gab es laut Wikipedia 55 Nationen, in denen Englisch zumindest eine der jeweils anerkannten Amtssprachen ist. In dieser Zahl sind allerdings ausgerechnet Großbritannien und die USA gar nicht enthalten, da in beiden Ländern keine rechtlich festgeschriebenen Amtssprachen existieren.

In vielen Ländern wird Englisch als Zweitsprache aktiv gefördert. Die meisten Regierungen erkennen, dass Multinationalität innerhalb der eigenen Landesgrenzen unvermeidlich ist und dass Englisch die internationale Wirtschaft verbindet. Deshalb wurden vielerorts Bildungsrichtlinien erlassen, die das Erlernen der englischen Sprache mit einer Investition in soziales und wirtschaftliches Wachstum gleichsetzen. Ein Studienprojekt der Universität von Winnipeg schätzt, dass es mindestens 142 Länder auf der Welt gibt, in denen der Englischunterricht bereits im Kindesalter aktiv gefördert wird, so dass ein Großteil der Einwohner als zweisprachig gelten kann.

Wie entsteht Mehrsprachigkeit?

Wer das Glück hat, in einer bilingualen Familie aufzuwachsen, lernt ganz natürlich zwei Sprachen gleichzeitig, fast wie von selbst. Für die allermeisten Menschen aber ist Zweisprachigkeit, genauso wie Mehrsprachigkeit, eine Fähigkeit, die über viele Jahre im Klassenzimmer erlernt werden muss.

Das Lernen von Englisch als Zweitsprache ist in manchen Ländern inzwischen so weit verbreitet, dass diese Form der Zweisprachigkeit auf dem Arbeitsmarkt dort einfach vorausgesetzt wird. In solchen Ländern stellen internationale Unternehmen heute oft besonders hohe Sprachanforderungen. Von Bewerbern wird erwartet, dass sie nicht nur die Landessprache sowie Englisch sprechen, sondern zusätzlich noch ein oder zwei weitere Sprachen beherrschen. In den westlichen Industrieländern finden Menschen, die mehrere Sprachen können, tendenziell bessere Jobs und klettern die Karriereleiter zudem auch schneller hinauf.

Mehrsprachigkeit bringt Vorteile im Beruf

Vorteile von Mehrsprachigkeit

Mehrere Sprachen zu beherrschen, macht sich aber nicht nur gut im Lebenslauf. Jüngste Studien belegen, dass Zweisprachigkeit und Mehrsprachigkeit auch im praktischen Berufsalltag Vorteile haben. Am Arbeitsplatz übertreffen Menschen, die zwei oder mehr Sprachen sprechen, ihre einsprachigen Kollegen häufig durch eine höhere Konzentrationsfähigkeit. Außerdem können mehrsprachige Mitarbeiter besser für internationale Projekte und Geschäfte eingesetzt werden. Die Vorteile von Mehrsprachigkeit am Arbeitsplatz sind deshalb allgemein anerkannt.

Darüber hinaus bietet Mehrsprachigkeit auch psychologische und soziale Vorteile. Es hat sich gezeigt, dass das zweisprachige Gehirn die Umgebung besser wahrnimmt, stärker fokussiert und weniger abgelenkt ist als das einsprachige Gegenstück. Menschen, die mehr als eine Sprache sprechen, können in multikulturellen Umgebungen subtile emotionale Signale besser entschlüsseln. Das macht diese Menschen tendenziell empathischer und sozialer.

Studien zur Mehrsprachigkeit bei Kindern deuten darauf hin, dass das gleichzeitige Erlernen mehrerer Sprachen die Gehirnentwicklung fördert. Im Alter kann Zweisprachigkeit bzw. Mehrsprachigkeit sogar Demenz, Alzheimer und altersbedingtem Gedächtnisverlust vorbeugen. Die Vorteile der Mehrsprachigkeit sind also insgesamt enorm.

Warum spricht nicht jeder mehr als eine Sprache?

Es bleibt die Frage: Wenn es so viele Vorteile hat, mehr als nur eine Sprache zu sprechen, warum sind dann nicht viel mehr Menschen zweisprachig oder mehrsprachig?

Die Gründe sind vielfältig. Auf der persönlichen Ebene spielen oft andere Präferenzen oder Zeitmangel eine Rolle. Manche Ursachen liegen auch im gesellschaftlichen Bereich. Beispielsweise gab und gibt es bis heute vor allem in englischsprachigen Ländern nur wenig Akzeptanz für öffentliche Investitionen in Sprachlernprogramme, solange im Alltag oder für die Arbeit kaum andere Sprachen erforderlich sind.

Für all diejenigen, die gern mehr als eine Sprache sprechen möchten, gibt es aber eine gute Nachricht: Sie können sich auch ohne Fremdsprachenkenntnisse überall auf der Welt problemlos verständigen – und zwar mit Hilfe von elektronischen Übersetzern.

Mehrsprachiges Übersetzungsgerät

Sprachübersetzer ermöglichen Austausch ohne Sprachkenntnisse

Vasco Electronics hat sich auf tragbare Übersetzungsgeräte spezialisiert, die viele Sprachen verstehen und übersetzen. Die Sprachcomputer von Vasco nutzen modernste Sprachtechnologie auf Basis künstlicher Intelligenz. Damit lassen sich nicht nur einzelne Wörter, sondern auch ganze Sätze fehlerfrei übersetzen und in perfekter Aussprache wiedergeben. Sie ermöglichen Gespräche zwischen Menschen, die keine gemeinsame Sprache sprechen. Die Vasco Übersetzer funktionieren in geschlossenen Räumen, genauso wie unterwegs und draußen unter freiem Himmel. In fast allen Ländern der Erde, ohne Limit und ohne Folgekosten.

Es muss also kein Traum bleiben, sich in vielen Sprachen verständigen zu können. Übersetzungsgeräte von Vasco machen das für jeden möglich!

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Blog-Autor

Robert Faber

Robert ist ein begeisterter Globetrotter und mag neue Technologien. Er kann gut kochen, hat aber meistens nicht genug Zeit dafür und beschwert sich dann gern über sein Essen. Er geht regelmäßig ins Fitness Studio.